Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Montag, 9. Juli 2012

Nachwuchs des Tages

Die kleinen sind heute geschlüpft. Es gab auch letzte Woche schon mal welche, die lebten leider nur einen Tag und waren dann morgens verschwunden - die Ratten..... Diesmal passen wir besser auf !

Dienstag, 3. Juli 2012

km 1002 - Al Ma´Awa

das Dörfchen Eitental
Morgens um 4 erwacht, weil die 4 Katzenbabys ausgerechnet vor meiner Hütte randalierten, die Hähne begannen halb 6 zu krähen, 10 vor 6 klingelte der Wecker. Hoch. Enten, Gänse und Hühner rauslassen. Kaffee kochen, eine schnelle Zigarette zwischendrin. Alle Tiere mit Futter und frischem Wasser vorsorgen - auch die Ziegen, das Schaf, die Schweine, Katzen und Hunde. Und im Gewächshaus gießen. Damit waren die ersten wichtigen Sachen erledigt und es gab Frühstück. Danach Beeren ernten. Bis ca. 9/ halb 10. Und damit war die erste Schicht des Tages vorbei für heute. Abends ist noch einmal die gleiche Runde dran. Genug Zeit, die Umgebung zu erforschen, sollte ich also haben. Ich wohne in einem kleinen Holzhäuschen (hätte auch ein Zimmer haben könne, aber die Hütte war mir lieber), die Hängematte hing auch schon dort und wartete auf mich :-) Die Hofleute sind selber gar nicht da, sondern im Urlaub und zwei Mädels machen die "Urlaubs-Vertretung" - und ich nun halt mit. Mein erster Versuch mit dem Verein "helpx" - das Prinzip ist gleich wie bei WWOOF, man arbeitet ein paar Stunden am Tag mit und bekommt Kost & Logis - der Unterschied ist lediglich, dass "helpx" einen internationalen Farm-Adressen-Pool hat, während WWOOF mit Landesverbänden arbeitet. Ja, und einen Bach gibt es auch vor der Tür, damit man nicht immer erst zur Donau runter muss, um ins Wasser zu springen (zum Schwimmen ist es leider zu flach). Und Al Ma´Awa ist der Name vom Hof, nach der Bedeutung des Namens muss ich noch fragen. Ich glaube, es wird mir hier gefallen. Alles ein bischen chaotisch, viele Viecher, viel Gemüse & Kräuter im Garten und Unmengen von Beerensträuchern - die zu pflücken ist gerade die Hauptaufgabe, das wird alles eingefroren in Tagesportionen - hier gibt es nämlich 365 Tage im Jahr hausgemachten Kefir mit Beeren zum Frühstück. Bevor ich weiterfahre melde ich mich noch einmal. Euch allen schöne Sommertage, bis bald wieder hier.

Bergluft

Na, es ging doch noch nicht am Freitag weiter und auch nicht am Samstag, da es so irre heiß war (bereits morgens um 9), dass ich gegen mittag sicher vom Rad gekippt wäre - also dauerte meine Urlaubswoche gleich bis Sonntag. Es war schön und vergnüglich. Molln, wo die Ute wohnt, liegt vorm s.g. Toten Gebirge und wir hatten auch eine Bergbesteigung im Wochen-Programm. Auf den Schoberstein, 1285 m hoch. Und diese Wanderung bescherte mir den allerersten Muskelkater seit ich unterwegs bin, weil es so steil war. Und da außer mir noch ein helpx-Helfer aus Spanien zu Besuch war, gab es die Tage lustige multilinguale Unterhaltung. Und auch eine Radtour, Badeausflug, Besichtigung des Städtchens Steyr und viele faule, ver-lesene Stunden und natürlich viel Zeit zum Quatschen. Danke Ute für die schöne Woche !!!
Am Sonntag klingelte der Wecker um 5, vor 6 war ich startklar - und 2 km weiter hatte ich ein lädiertes Hinterrad (Speichen gebrochen)... aber nach kleinen Änderungen fuhr das Rad wenigstens noch ganz brauchbar und es ging über den Steyr- und Enns-Radweg zurück an die Donau, die ich mittags pitschenaß geschwitzt erreichte. Badepause und noch ein Stück - dann kam das Gewitter. Glücklicherweise stand ich da gerade an einem Radler-Infopoint mit Wasser und Klo etc. - und dort habe ich dann zusammen mit der Tschechin Gabriela (natürlich auch auf Radreise) die Nacht verbracht. Und gestern ging es bis Melk, über den Fluß und ein Tal hoch und da ist der erste Hof, auf dem ich nun für 2 Wochen bleibe.

Dienstag, 26. Juni 2012

lustigster Ort am Montag

  

km 778 - bei strömendem Regen die Donau erreicht

  

Cesky Krumlov
  
leckere böhmische Küche
  

  

am Lipno-Stausee
  

erster Anblick der Donau
  


Das die Moldau-Strecke durch den Böhmerwald die anstrengenste Etappe wird, wußte ich vorher. Aber so eine Schinderei hatte ich nicht erwartet. Insbesondere der 2. Tag zum Orlik-Stausee war schlimm. Die Moldau war selten zu sehen, statt dessen viele Berge - viele km das Rad bergauf schieben, sich runter rollen lassen... und dann kam der nächste Berg. Und so verging der ganze Tag, und natürlich war es schön heiß dazu und ich klitschnaß geschwitzt. DAS machte überhaupt keinen Spaß und jeder km war ein Kampf. Hier war auch weit und breit außer mir kein Radfahrer mehr zu sehen - auf der ganzen böhmischen Strecke hinter Prag habe ich nur einen einzigen anderen Fernradfahrer getroffen (und einen deutschen Opi, der die Moldau mutterseelenallein mit dem Paddelboot bezwang - der hatte lustige Geschichten zu erzählen, von diversen Umsetztstationen und Wehren). Am 3. Tag stand ich bereits um 5 auf, hatte mittags 60 km weg und einen Bahnhof erreicht und habe eine Tagesetappe umfahren. Die Bahnfahrt war auch ein Abenteuer mit dem beladenen Rad, keine Fahrstühle zu den Bahnsteigen, Treppen in den Zügen - ich war für alles auf Hilfe angewiesen. Und mittendrin gab es noch eine Vollsperrung und Bus-Umleitung :-) Und das alles auf tschechisch ! Da hatte ich schon viel Spaß, letztlich hat alles prima geklappt. Schön war es in Cesky Krumlov, ein hübsches altes Örtchen mit Burg und Schloß, impossanten Kirchen, verwinkelten Gassen, schönen alten Häusern und Unmengen Touristen. Auch hier wütete 2002 übrigens das Hochwasser - Geschichten darüber begleiten mich schon die ganze Strecke, und das wird sicher auch so bleiben.
Von dort an war auch der Weg wieder schöner, es ging weiter stetig bergauf, aber ohne dieses ständige Auf und Ab. Freitag abend stand ich dann am Lipno-Stausee., riesig groß, 48 x 5 km in der maximalsten Ausdehnung bei voller Stauung. Dort ist die Tschechei zu Ende. Ich gönnte mir am Samstag einen freien Tag - da war natürlich dann schlechtes Wetter und nichts mit baden, dafür habe ich lecker mein letztes Geld verfuttert mit Knödel und Gulasch.
Und dann kam der "Kaputt-Sonntag" ! Erst ging was am Rucksack kaputt, dann begannen die Knieschmerzen, dann ging der mp3-Player kaputt und dann stellte ich fest, das ich mein Zelt verloren hatte !!! Da saß ich heulend und fluchend in der Ecke. Das Ganze spielte sich exakt am Grenzübergang zu Österreich ab (der höchste Punkt der gesamten Strecke). Dort steht genau ein Haus einsam im Wald - dort durfte ich mein Gepäck unterstellen und fuhr dann ca. 10 km zurück (bergab), das Zelt suchen... alle Radfahrer befragt, Zelt tauchte nicht wieder auf. Dann die 10 km wieder hoch ! Die Damen des Hauses luden mich spontan zum Kaffetrinken ein und danach war meine Stimmung wieder besser. Also erst mal ohne Zelt weiter und irgendwo ein neues kaufen. Abends fragte ich auf einem Bauernhof nach einem Platz in der Scheune und bekam ihn - und quasselte daraufhin noch länger mit dem Hausherrn. Übers Reisen allgemein (er hatte eine Tochter, die gerade auf Weltreise war), übers Pilgern (er war auch mal auf dem Jakobsweg), über Land- & Forstwirtschaft etc. Dann wünschten wir uns eine gute Nacht und er ging. Eine Weile später kam er mit einem Schlüssel wieder - und ich bekam die Partywohnung seines Sohnes als Schlafplatz. Während ich gemütlich und frisch geduscht auf der Couch eingekuschelt lag, begann draußen der Regen - und ich lag zufrieden im Trockenen und Warmen. Morgens regnete es noch immer in Strömen. Nachdem sich 2 Stunden lang nichts änderte, hüllte ich mich in meinen Regen-Poncho und stürzte los. Nur noch steil abwärts bis an die Donau !
Nun also weiter auf dem Luxus-Radweg Europas. Asphaltiert und schnurgerade, Picknickplätze, Übersichts-Info-Tafeln, Karten, Schlauch - Automaten aller paar km, Aufladestationen für E-Bikes,... unglaublich ! Und natürlich auch sehr viele Radfahrer unterwegs, selbst bei dem schlechten Wetter nicht wenige. Viele radgerecht gestylte Senioren :-) Schnell die 40-50 km bis nach Linz. Dort musste ich schmunzeln, daß es im Zentrum echt so kitschig aussah, wie man sich Österreich so vorstellt. Von dort mit dem Zug zur Ute (eine Tobago-Bekanntschaft)& hier bei ihr mache ich nun ein bischen Urlaub. Sie wohnt sehr idyllisch mit Berg- und Waldblick im 200 Jahre alten Haus ihrer Vorfahren. Ein bischen Post hat mich hier auch schon erwartet. DANKE ! Am Freitag früh geht es sicher wieder los, an die Donau zurück und Richtung 1. Hof.
Euch eine schöne Woche, bis bald wieder hier.

km 449 - Das goldene Prag

die Elbe in der Sächsischen Schweiz
  

"Asphalt-Kino" im Grenzbereich
  

  

Prag
  

Der Start entlang der Elbe verlief gut. Der Radweg ist toll, flach, Wetter prima, keine Probleme. Die erste Radreparatur gab es trotzdem schon in Radebeul, aber seitdem spurt es und es gab keine weiteren Sorgen. Stop in Dresden und eine alte Freundschaft aufgefrischt, bei der Rosi. Sie hat in der sächsichen Schweiz eine Hütte - dort verbrachte ich die nächste Nacht, mit Blick auf die Festung Königsstein. Und dann - ungeplant - gleich noch zwei Tage. Schlecht-Wetter-Pause ! Weiter ging es danach durch die sächsische Schweiz - vorbei am Lilienstein, den Schrammsteinen, etc. Und schon kam der erste (unauffällige) Grenzübergang. Kurz danach war leider auch der Weg schlechter - es ging öfter die Strasse entlang und oft auch Schotterpisten, was sich mit Gepäck sehr blöd fährt. Abends Ankunft in Theresienstadt/ Terezin. Schon in den Ort hinein zu fahren, was etwas unheimlich, in dem Wissen, was dort passiert ist. Am folgenden Vormittag hatte ich "Geschichts-Stunden", besuchte das Ghetto-Museum, den jüdischen Friedhof und div. Gedenkstätten. Mittags, bei inzwischen brütenden Temperaturen, auf das Rad geschwungen und weitergestrampelt bis kurz vor die Stadt. In Prag kam ich Sonntag mittag an & es war schön, wie jedes Mal. Zur Einstimmung hatte ich an den Tagen zuvor Jan Nerudas "Kleinseitner Geschichten" gelesen - Alltagsleben in Prag vor über 100 Jahren. Am Montag kam Claudi aus Leipzig zu Besuch und gemeinsam durchstreiften wir die Stadt, besuchten ua. den Ehrenfriedhof von Vysherad - wo außer dem o.g. Jan Neruda zB. auch B. Smetana und Alfons Mucha begraben liegen. Toller Ort mit irren Grabmälern ! Begleitet war der Tag von tropischen Temperaturen. Als ich am Tag darauf die Stadt verlies, regnete es und es ging an der Moldau weiter.

Dienstag, 5. Juni 2012

Neuer Aufbruch



Die Wochen zu Hause vergingen, wie jedes Mal, wie im Flug. Ausflüge gab es viele – an die Ostsee, zweimal in den Harz und Familienurlaub am Thümmlitzsee (bei Grimma um die Ecke, im Muldental). Gäste kamen zu Besuch hierher nach Leipzig – meine Pilgerfreundin Heike und meine langjährige Brieffreundin Sophie aus der Schweiz mit ihrer Familie – so habe ich Leipzig auch mal richtig als Tourist erlebt. Dazu Straßenfeste, Partys, Kino… Und nebenbei wurden Karten studiert, Packlisten geschrieben, am Rad rumgebastelt (na eher „basteln lassen“) und nun steht ein neuer Aufbruch bevor. Nämlich übermorgen !
Der Plan ist, mit dem Fahrrad das Schwarze Meer zu erreichen, immer schön entlang der Elbe, der Moldau und dann der Donau - bzw. Tschechei, Österreich, Slowakei, Ungarn, Serbien, Rumänien. Eine Osteuropa-Tour geistert mir nun schon lange durch den Kopf.


Und natürlich nicht einfach nur hinfahren (und sowieso kein großer Sport, sondern eher langsam und gemütlich fahren), Hof-Aufenthalte sind auch wieder geplant und diverse Höfe wurden kontaktiert sowie erste Aufenthalte fest vereinbart, damit ich auch mal wieder Getier um mich habe.  Und da man auf so manchen Höfen länger „kleben bleibt“ als man vorher denkt, ist es jetzt schon fraglich, ob ich das Schwarze Meer noch vor dem Winter zu Gesicht bekomme. Statt WWOOF teste ich nun mal einen neuen Bio-/Bauernhof-Verein namens „helpx“, mal sehen, wie das wird. Das Prinzip ist aber auch dabei das gleiche, man hilft bei der Hofarbeit und bekommt als Gegenleistung Kost und Logis.
Ich bin gespannt (und aufgeregt) – und Euch berichte ich dann hier wieder hin und wieder, wo ich stecke und was passiert ist. Bitte drückt mir alle die Daumen – am meisten dafür, dass das Rad ordentlich mitmacht. Euch allen wünsche ich derweil einen wunderschönen Sommeranfang !!!