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Samstag, 19. August 2023

Wohltat

 



da mittendrin stand mein Zelt

 

Da ich ja zur Zeit mit Eindrücken eher übersättigt bin, habe ich einfach noch einmal die gleiche Wanderung gemacht wie schon im Juni, nur länger. Eldiar und seine Familie habe ich nicht noch einmal getroffen - er und die anderen Bauern aus dem Tal sind im Juli mit ihren Tieren zu anderen Weidegründen weiter gezogen. Das hatten sie mir schon vorab erzählt. Das Tal war völlig leer - abgesehen von den dicken Murmeltieren. Der See Köl Ukök war so schön wie beim letzten Besuch und sieht ja nach Licht und Wetter immer etwas anders aus. Und diesmal bin ich auch noch ein Stück weiter gewandert und habe es einfach genossen, draußen und im Nirgendwo zu sein. 4 sehr schöne Tage, auch wenn das Wetter nicht nur schön war.

am 3. Tag rollte ein großes Gewitter über die Berge hinweg, oben gab es Schnee... ich lag lesend im Schlafsack


Abendstimmung am See

Und heute packte ich am Morgen, bei Eiseskälte, alles wieder zusammen und trat den langen Rückweg an. Und liege nun mit Muskelkater aber zufrieden im Bett im Gästehaus. Gute Nacht !



Samstag, 12. August 2023

Die Ziegen- & Chaos--Tage II

 


Wieder in Kirgistan jetzt ! Und ganz spontan für eine Woche noch einmal bei Umut auf dem Ziegenhof. Sie fragte so vor zwei-drei Wochen mal an, ob ich vielleicht noch mal helfen kommrn würde, da sagte ich noch "Nein, andere Pläne.". Aber nachdem Anja und Sascha abgereist waren (das Wieder-Alleine-Sein war natürlich erst mal komisch !, ich wäre ja gern für einen Kurzbesuch mit nach Hause geflogen) und ich so die Tage verdümpelte, erst in Dushanbe und danach in Almaty hatte ich plötzlich so das Gefühl, ich könnte mal wieder was "Sinnvolles" machen. Nur der Tourist zu sein, ist auf Dauer ja gar nicht so mein Ding und wahrscheinlich war ich für den Moment auch einfach "satt" von all den Eindrücken und Erlebnissen der letzten Wochen. Das ließ ich mir auf der Busfahrt zurück nach Kirgistan noch ein bisschen durch den Sinn gehen und abends schrieb ich Umut und fragte, was sie davon hält, wenn ich am nächsten Tag für eine Woche vorbei komme. JA !!! - war die Antwort. Hier auf dem Hof geht es gerade noch mehr drunter und drüber als beim letzten Mal. Der Arbeiter ist nämlich weg und zwar ein 18-jähriger Junge zum helfen da, aber mit noch nicht viel Ziegen-Erfahrung und er kann sich ja auch nicht zerteilen. Nun melke ich gerade am Morgen und Abend die Ziegen, er füttert derweil, danach füttern wir gemeinsam die Baby-Gruppe und putzen und schleppen endlos Wasser (es ist ja heiß... und der Schlauch reicht nicht zu jeder Gruppe). Und fast jeden Tag passiert zwischendrin irgendetwas und macht alles komplizierter. Der Bock bricht aus und zertrümmert irgendwas, die Jugend-Gruppe bricht aus ihrem Gehege aus und stürmt den Garten - oder noch besser den des Nachbarn, die eine oder andere Ziege versucht vom Melkstand zu verschwinden (es gibt hier kein Fressgitter zum fixieren), der Strom fällt aus und wir melken dann per Hand; oder die Kinder wollen etwas helfen und der ganze Stall dröhnt von ihrem Gebrüll, was nicht nur die Ziegen sondern auch mich sehr geereizt macht... aber dieses Chaos gibt es fast nur am Abend, die Morgen-Runde ist noch angenehm still und relaxed für alle. Weil außer mir und dem Jungen Beka halb/um 6 alle noch schlafen.

Jetzt bin ich gerade erst seit Montag hier und schon ziemlich kaputt und müde und von oben bis unten voller blauer Flecke und Kratzer. Die Kratzer aber von den Abenteuer-Touren mit dem Hund, der Kleine lebt nach wie vor an der 1-m-Kette und hat wieder Luxus-Woche, und wir kriechen durch viel Gebüsch, damit ich schöne abgelegene Plätze finde am Fluss, wo er dann mal völlig frei rumtoben kann und baden. Mit dem Hund gemeinsam vergehen meine freien Stunden. Die blauen Flecke gibt es nebenher im Stall, ausgerutscht und hingeflogen, angestoßen, einegeklemmt, Horn oder Fuß abgekriegt etc. Und trotzdem macht es Spaß. Manchmal bin ich genervt, so ein Chaos im  Stall habe ich echt nirgendwo erlebt bisher. Aber auch Umut kann sich schlecht auf eine Sache konzentrieren, ihr Mann arbeitet in Usbekistan und sie hat zwei kleine Kinder, die immer was wollen und ein Telefon, was regelmäßig piept. Und on top kam dann noch Familienbesuch dieser Tage, die auch Aufmerksamkeit einforderten.... heute sind sie abgereist und alles läuft nun sicher etwas ruhiger.

Und ich reise in zwei Tagen auch wieder ab und komme vielleicht Ende September noch einmal. Jetzt will ich dannwieder in die Berge.



Samstag, 5. August 2023

Stippvisite in Kasachstan

der Palast der Republik in Almaty

 Da denkt man, diese Länder hier haben mit uns nichts zu tun und die meisten wüssten gar nicht, wo sie auf dem Atlas zu finden sind - weit gefehlt, im Januar und Februar diesen Jahres z.B. fanden in München und Hamburg deutsch-kasachische Wirtschaftstreffen statt... Eine deutsch-kasachische Universität habe ich hier in Almaty auch entdeckt. Und immer wieder erzählt jemand von Familienmitgliedern, die in Deutschland arbeiten.



Für mich ist das nur ein kurzer Zwischenstopp. Ursprünglich wollte ich jetzt einen Monat Kasachstan erleben und erkunden, aber da es mir in Kirgistan sooo gut gefallen hat, fahre ich nun doch lieber dorthin zurück, bevor es in den großen Bergen schon wieder beginnt zu schneien. Das Projekt "Kasachstan" ist auf den "Sankt-Nimmerleins-Tag" verschoben, wer weiß.... dieses Mal passt es jedenfalls nicht mehr in den Plan. Das ich nun mal Almaty gessehen habe, sei hier einfach nur so der Vollständigkeit halber erwähnt. Sehr europäisch hier, eine angenehme Stadt - zumindest das Zentrum. Almaty ist riesig, ich habe ja sozusagen fast nix gesehen. Auch hier viel zu heiß, wenn auch vielleicht 5 Grad weniger als gerade eben noch in Dushanbe.

Morgen früh geht es schon wieder zum Busbahnhof und nach Bischkek, der kirgisiscchen Hauptstadt; nur einen Katztensprung entfernt.

Mahnmal für die Opfer des 2. Weltkrieges


gleich am Rande der Stadt

PS, Nachtrag: Da habe ich gerade dieser Tage noch mit Freundin Daniela, die als digitaler Nomade durch die Welt tingelt, über die anstrengenden, oft nervenden Taxifahrer in aller Welt geschrieben, überall versucht man aus den Touristen soviel wie geht, herauszuholen - und hier wurde ich von der Taxifahrin, die mich zum Busterminal fuhr, plötzlich eingeladen ! Das ist mir wirklich auch noch nie passiert ! "Lass mal, Du bist eingeladen, Du hast vielleicht weniger als ich. " Da war ich sehr verwundert - bezahlt hab ich aber trotzdem.

Mittwoch, 2. August 2023

Abgesang

 




Och, und nun sind sie weg die beiden. Es ist doof so für die ersten Tage, plötzlich wieder alleine unterwegs zu sein. Und da ich meine Weiterreise schon vorab buchte und nicht alles ändern wollte, hatte ich nun noch 5 Tage alleine hier. Und in Dushanbe war es mit 45+ Grad definitiv zu heiß. Da hätte ich nie aus dem klimatisierten Hostel heraus gewollt. Also doch lieber noch mal in die Berge. Und es muss nicht tiefster Pamir sein, auch um die Stadt stehen genügend Berge rum. Also auf zum Terminal, das richtige Sammeltaxi suchen und los (nur mit der Campingausrüstung und Proviant, den Rest in Dushanbe "geparkt") zum Iskander-Kul (See). Und was passiert da ? Es REGNET ! Was für eine Überraschung ! Und auch volle Kanne. Sehr schön, nach der Hitze. Bei einem Gästehaus danach mein Zelt aufgeschlagen und einen Tag einfach gemütlich rumgehangen und ein Buch verschlungen. Wandern wollte ich eigentlich ebenfalls, aber da war es schon wieder zu heiß. Das versuchte ich dann woanders, auf dem Rückweg zur Stadt noch einmal - aber bei ca. 40 Grad, mit Rucksack, schattenlos, bergauf zu wandern ist einfach nur bescheuert ! Abgebrochen, am Fluss rumgehangen und zum Dorf zurück. Mit Kreislaufproblemen fast aus den Latschen gekipppt.... 



 

Nun wieder in der Stadt und morgen auf zu neuen Ufern ! Falls ich noch mal im Leben nach Dushanbe kommen sollte, dann bitte keinesfalls im Hochsommer !

Dienstag, 1. August 2023

"Wir haben hier ein gutes Leben ! "


 Das erzählte uns dieser alte Herr (oben auf dem Bild zwischen uns), den wir unterwegs mitnahmen. Später sagten das auch andere. Wir schauten öfter sehr entsetzt auf diese karge, bergige Landschaft rundherum und malten uns den Alltag hier als sehr hart, mühselig und anstrengend aus - eigentlich erschien es uns oft, als könnte man hier überhaupt nicht (über-)leben - aber er meinte eben, dass es den Leuten hier doch gut gehe. Der ganze Tag dreht sich um das Wohlergehen der Tiere und des Gartens, weil all diese Erzeugnisse dann lebensnotwendig sind.  Und er erzählte auch darüber, wie früher - als er jung war - das Zusammenleben der Pamiri und der Afghanen war, immer hin und her über den Fluss. Inzwischen gibt es keinerlei Zusammenleben mehr."Gibt es keine Kontakte, gibt es auch keine Probleme..."

Hier gibt es nun einfach noch ein paar Bilder (ich habe natürlich massenhaft Bilder gemacht und da fällt die Auswahl mal wieder sehr schwer):




Picknick mit deutschem Rad-Touristen

an der Grenze


Kuhmist wird allerorten als wertvoller Brennstoff gesammelt




da ging es früher mal lang











unterwegs bei welchen den Reserve-Sprit-Kanister abkaufen



Lenin wird saniert

überall so viel Wasser und so wenig Grün



das erste Auto das den Pamir "bezwang" 1933