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Mittwoch, 2. September 2026

"Almleben, Almliebe"

 




....so betitelte die Niederösterreichische Zeitung Mitte Juli einen Artikel über die Wanderer-Raststätte und den Hof hier. Danach war ganz schön was los, immer voll... auch jetzt noch sind vor allem an den Wochenenden alle Plätze besetzt und viel zu tun.

Für mich beginnt der Tag für gewöhnlich um 6 im Stall,  Schweine, Hühner,  Lämmer füttern und die Schafe melken.  Aus der Milch wird dann Frischkäse, der auch auf den Jausen- Platten  landet oder auf Bestellung ausgeliefert wird. Die Morgenstunden im Stall und mit dem Getier mag ich sehr, trotz des frühen Aufstehens. 
 


Nach der Frühstückspause geht es in der Küche weiter, Vorbereitungen für den Mittagsansturm. Ich mache vor allem die Kartoffelknödel - darin werde ich hier noch zum Profi ! (Derweil brutzelt im Ofen der Braten und köchelt das Kraut,  ja, immer alles mit dem großen Holzofen,  auch wenn draußen über 35 Grad sind  !) Ohne Knödel jeglicher Art geht es in Österreich  ja scheinbar nicht  ! Es gibt auch noch Semmelknödel und diverse gefüllte Knödel. Sehr lecker alles ! Wenn dann auch noch die Suppe und  die Salate parat sind, sitzen meist auch schon die ersten Gäste draußen in der Sonne bzw. unter den Sonnenschirmen.
 
Auch hier war es ja, wie fast überall,  wochenlang sehr heiß und trocken.  Inzwischen hat sich das ein bisschen geändert,  was vor allem die Schafe freut - auf der Wiese gibt es mal wieder richtig Gras  !
Manchmal macht sich schon ein kleines Herbstgefühl breit. Und ich hatte nun auch schon mein "Bergfest", die Hälfte der Zeit hier ist schon vorbei. 
Nach dem Mittagschaos habe ich noch mal Pause,  bevor schon wieder Stall und Tiere dran sind. Und danach ist für mich der Tag vorbei.  Manchmal reicht mein Elan noch für einen kleinen Spaziergang,  auf den nächsten Berg oder einfach so durch Wiesen und Wald. Das mache ich hier natürlich wie überall an meinen freien Tagen,  die Gegend erkunden. Leider ist es etwas umständlich, mit Bus/Bahn woanders hin zu kommen  - und  vor allem danach am Abend immer der lange Fußmarsch wieder den Berg hinauf... ufff..  fast 2 Stunden dauert das.... Nichtsdestotrotz habe ich schon einige schöne Ecken hier erkundet !   
 


 

 


 Und manchmal bin ich auch fauler, schaue auf einen Sprung und Schwatz zur nächsten Almhütte oder lese stundenlang,  auch wie immer  - hier habe ich dafür einen herrlichen Platz entdeckt,  eine Schutzhütte mit sehr schöner Aussicht und Stille, mein aktueller Lieblingsplatz  !
Nun bin ich gespannt,  was die nächsten Wochen noch so bereit halten und wie der Herbst wird !
Hier noch der Link zum oben erwähnten Artikel,  für Neugierige:
 https://m.noen.at/hallo-mostviertel/wanderrast-hochschlag-almleben-almliebe-531535524

Und nun habt alle eine gute Zeit,  bis demnächst wieder  !
 

 PS: gestern traf ich beim Wandern auf ein Gedenkkreuz - zur Erinnerung an die Opfer des 1. und 2. Weltkrieges, " den Gefallenen  zum Gedenken und uns zur Mahnung zum Frieden  " stand da... und abends las ich dann Artikel über Pläne, in Leipzig eine neue Rüstungsfabrik zu errichten.  Da zweifelt man mal wieder an der Vernunft der ganzen Welt....



Donnerstag, 6. August 2026

W wie Wachau

 



.... und wie Welterbe und Wein. Und wenn mans umdreht wird es ein M wie Marille. Genau um diese Dinge dreht es sich hier am Wachau-Welterbesteig  ! 

Am Hof ist Betriebsruhe 10 Tage,  natürlich ist von der Familie abwechselnd immer jemand vor Ort, der Tiere wegen.  Aber für mich sind einfach Ferien  ! Das ist mal cool,  so mitten im Sommer  ! Ich wollte wandern und nicht unbedingt so weit weg und habe mir diesen Welterbesteig ausgesucht  ! Sooo schön  ! Während man sich unten am Donauradweg drängelt, ist frau im Hinterland ziemlich mit sich alleine. Am Montag letzter Woche ging es zunächst zum Stadtbummel nach Krems und den Uwe aus Leipzig besuchen (er arbeitet dort an der Uni),  abends zum Wein süffeln in einen Heurigen.  Und dann am nächsten Morgen los - durch Sonnenschein und tausende Rebstöcke, mit tollen An- und Aussichten ! 

 








Genau der Sonnenschein wurde im Laufe der nächsten Tage eher das Problem ,  es war irre heiß ,  ich musste verdammt viel Wasser mit mir herumtragen und das Laufen bergauf, bergab bei bald 40 Grad war doch auch ganz schön anstrengend .  Jeden Tag startete ich früher ,  am zeitigen Morgen lief es sich am besten . Ende der Woche erreichte ich die Stadt Melk und da hatte ich schon entschieden ,  dass ich nun nicht den ganzen Weg auf der anderen Donau -Seite bis Krems zurück laufe ! Zu heiß einfach . Aber sehenswert war es auch  !






 Am letzten Tag gab es noch ein kleines "Geschenk " - mir kroch ein Käfer ins Ohr, bis kurz vors Gehirn gefühlt (oh je und wie sehr das weh tut).... das führte zu einer fiesen Ohrenentzündung und einigen Besuchen beim HNO-Arzt.... daran werde ich mich vermutlich nun immer zuerst erinnern . 

 

Samstag, 4. Juli 2026

Der Einöd-Hof

 

 Rechts Wald,  Wiesen, Hügel;  links Wald, Wiesen,  Hügel; dahinter... na klar,  Wald,  Wiesen,  Hügel und davor ebenfalls Wald, Wiesen und ein paar höhere Hügel .... jeweils einige Kilometer.  Und in der Mitte eben ein Hof,  dessen Geschichte wohl schon 1446 begann.  3 Generationen leben hier,  dazu vor allem Schafe,  einige Hühner und Schweine und Katzen und Kaninchen. Und 2 Saison-Mitarbeiterinnen,  eine davon bin ich und die andere die Sabine aus Chemnitz.  Gleich zwei Sachsen hier in Niederösterreich  :-)  Finde ich sehr lustig  ! Außer dem Getier gibt es eine kleine Wanderer-Raststätte. Das Essen wird auf einem uralten Holzherd gekocht,  in einem zweiten auch Brot gebacken - darum gehört z.b. auch Holz spalten zu meinen Aufgaben. Natürlich auch Arbeit im Stall. Die Schafe und ich müssen uns noch aneinander gewöhnen, vor allem beim Melken. Morgens macht das Opa Sepp und ich übe abends (Schafe sind halt viel nervöser als Ziegen). Das verspricht sehr abwechslungsreich zu werden hier und für die freie Zeit gibt es reichlich zu erwandern. Ich bin gespannt,  was so kommt  !

Euch allen wünsche ich ebenfalls einen abwechslungsreichen,  unterhaltsamen Sommer !
 





Freitag, 26. Juni 2026

"Heidi-Vibes" & der Geruch von Heu




Eine Heidi im Titel,  dann geht es wohl mal wieder um Ziegen:-), ja, genau. Ein Bergbauernhof in Graubünden,  mit Ziegen - von denen aber ungefähr die Hälfte, nämlich alle, die Milch geben,  ihre Sommerferien auf der Alp verbringen. Die ersten Tage habe ich diese Truppe noch erlebt,  die Tage begannen und endeten mit melken ( von Hand hier). Und dann brachten wir die Mädels nach oben,  fast 2000 m, auf die Alp. Wie es da oben zu geht, das habe ich ja schon mal erlebt.  Und nun erlebe ich,  was derweil am Hof los ist. Es gibt eigentlich nur ein großes Thema - Heu ! In meiner zweiten Woche hier war das Wetter noch zu schlecht, es wurden Ställe ausgemistet ,  gab Putz- und Räumarbeiten, und endlos Weidezäune stellen für die Ziegen,  die noch da sind. Aber dann gings los. Mit der Sonne und dem heuen. Und da hier viel Gelände ziemlich steil ist,  bedeutet das viel Handarbeit,  weil man da gar nicht fahren kann.... uff.... das ist echt harte und schweißtreibende Arbeit,  immer in der prallen Sonne natürlich. Aber lustig haben wir es zwischendurch oder danach auch mal. So vergingen die letzten Tage ziemlich schnell.  Heute hatte ich noch mal frei - und konnte mir den Schweiß vom Wandern sogar mal mit Schnee abwischen, ganz oben liegen noch ein paar Reste, und ansonsten "badete" ich begeistert in Alpenrosen und allerlei anderen Blümchen in einer beeindruckenden Kulisse. Ein herrlicher Tag war es  ! Nun fix schlafen,  damit ich morgen wieder fit bin für's Heu !

Am Montag ist meine Zeit hier schon wieder zu Ende und Umzug zum nächsten Platz.  Das berichte ich demnächst. 
 
Euch allen ein gutes warmes Wochenende erst einmal  !
 
Hier nun noch ein paar Eindrücke der letzten Tage :