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Sonntag, 20. August 2023

Qornim ochdi * Ачкамын * ма гуруснаам * Я голоднa * "Ich habe Hunger"

 ***Diesen Post hatte ich schon in Usbekistan begonnen, aber dann vergessen und nicht fertig gemacht ... und nun gibt es den endlich mal noch. ***

Genau, da fehlt doch mal noch der kleine Exkurs zum Thema - was essen die dort so ? Auf alle Fälle sehr viel Fleisch (Rind und Schaf; seltener Huhn, nie Schwein natürlich, weil muslimisch). Und auf alle Fälle schmeckt es fast immer. Das absolute Standart-Gericht in allen Ländern hier ist bisher schlicht und einfach "Plov" - Reis und Fleisch.

In so manchem der kleinen familiären Gästehäusern beginnt der Tag mit einem üppigen Frühstück  (leider nicht in jedem ). Spiegeleier bzw. Omelette sind mehr oder weniger immer dabei. Und mit Tee selbstverständlich .  Kaffee gibt es immer nur als Instant-Variante (oder gar nicht) , meine Vorräte sind derweil aufgebracht also arrangiere ich mich damit. Frisches Obst oder Gemüse ist auch eher selten auf dem Tisch .  Dafür ist fast immer was fritiertes /gebackenes dabei, mal mit, mal ohne Füllung.  Sitzt man privat wo mit am Tisch, ist es oft nur Brot, eine Schale Marmelade und eine Schale Sahne zum eintunken. Und hier in Kirgistan dann natürlich auch Kumus dazu. Oder auch mal Yak-Jogurt - je nachdem was für Tiere draußen vor der Tür grasen :-)

Eine besondere Variante war das private Frühstück in Tadschikistan - Butter-Tee und Brot.... ein gesalzener Milch-Tee, in den dann eben noch ein bisschen Butter kommt und da tunkt man das Brot ein, fertig... Ja, schmeckt so ungewöhnlich, wie es klingt.

Frühstück - in Samarkand

Wenn es einen nach etwas frischem gelüstet, geht man eben mal am Basar vorbei und deckt sich dort damit ein. Dort gibt es eine große Auswahl an sehr günstigem Obst, zur Zeit nach wie vor Unmengen von Melonen. Und auch auf jedem Basar fertige Salate, die sehr lecker sind.




 Einer der beliebtesten Snacks am Straßenrand, auch in allen Ländern hier, sind Samsas; im Ofen gebackene große Teigtaschen mit gewöhnlich Fleisch-Füllung (unschön, wenn es plötzlich Schaf ist, das mag ich nicht...), wenn man ein bisschen rumfragt, findet man auch mal welche mit Kartoffel- oder Kürbis-Füllung . Mit  gleichen Füllungen gibt es auch Manti, gedämpfte Teigtaschen. Lecker !

Samsa-Backstube

Samsas frisch aus dem Ofen

Manti

 An den Straßenständen - die ich ja prinzipiell und in allen Ländern sehr spannend finde - gibt es dann auch noch diverse Getränke, wie Kwas, Maksim, Chalap, Bozo - alles mit Getreide-Basis, manche sehen aus wie Milch, haben aber nichts damit zu tun. Kann man alles gut trinken, ist immer gut gekühlt und schmeckt. In den großen Städten gab es manchmal auch Ayran, was man im Kopf eher mit der Türkei verbindet.

Kwas-Verkäuferin in Usbekistan

Und etwas wovon ich vorher auch nie gehört hatte ist "Kurut". Als ich diese weißen Kügelchen/ Kugeln auf einem usbekischen Basar das erste Mal sah, hielt ich das für etwas Süßes und war überhaupt nicht interessiert. Erst hier in Kirgistan habe ich erfahren, dass das getrocknete Käse-Bällchen sind, aus Frischkäse, sehr salzig und oft mit einem sehr hefigen Beigeschmack und steinhart ... und auch nicht so mein Ding. Aber gibt es echt in jeder Ecke. 



...

Die Hauptspeisen für Mittag und Abend hatte ich schon mal erwähnt, als ich auf dem Hof mit den Kühen war und man versuchte, jeden Tag etwas besonderes zu kochen, damit ich ganz viele Gerichte kennenlerne. Lagman, kommt in der Beliebtheitsskala wohl direkt nach Plov - Nudeln mit Fleisch; ganz oft Schaschlyk, und alle möglichen Suppen, vieles was man auch aus der russischen Küche kennt, wie Bortscht und Pelmeni. 

Ayran & Plov

Plov

noch mal Plov

Lagman

Qurutob - tadschikische vegetarische Spezialität (unter dem Salat sind Brotstücke und saure Sahne)

in der Schüssel gab es Bortscht

Was es an Süßkram gibt, außer Eis an jeder Straßenecke, weiß ich gar nicht, das ist ja nicht so meins.... sicher aach mehr als genug.

Aber auch bei uns gängiges Fast-Food findet man hier; Pizza, Burger, Hot-Dogs, Pommes - das bekommt man ja inzwischen wohl wirklich fast auf der ganzen Welt. Aber das ess ich fast nie...


 Also hier verhungert man nicht, und selbst als Vegetarier kann man sich eigentlich gut durchschlagen - nur sehr schwierig, wenn man bei Familien eingeladen wird. Ich freue mich nach all den Monaten aber nun auch, wenn es eine Küche im Gästehaus gibt, und ich mir auch einfach mal selbst etwas kochen kann - Kartoffeln vor allem, die kommen mir hier zu kurz :-) und auch einfach mal etwas ohne Fleisch ! 

Tafel bei Ular´s Familie (der Hof mit den Kühen), fürs Familienfest

 

So,dass war´s zu diesem Thema - und was auch immer heute bei Euch auf den Tisch kommt "Lasst es Euch schmecken ! приятного аппетита !"




Mittwoch, 2. August 2023

Abgesang

 




Och, und nun sind sie weg die beiden. Es ist doof so für die ersten Tage, plötzlich wieder alleine unterwegs zu sein. Und da ich meine Weiterreise schon vorab buchte und nicht alles ändern wollte, hatte ich nun noch 5 Tage alleine hier. Und in Dushanbe war es mit 45+ Grad definitiv zu heiß. Da hätte ich nie aus dem klimatisierten Hostel heraus gewollt. Also doch lieber noch mal in die Berge. Und es muss nicht tiefster Pamir sein, auch um die Stadt stehen genügend Berge rum. Also auf zum Terminal, das richtige Sammeltaxi suchen und los (nur mit der Campingausrüstung und Proviant, den Rest in Dushanbe "geparkt") zum Iskander-Kul (See). Und was passiert da ? Es REGNET ! Was für eine Überraschung ! Und auch volle Kanne. Sehr schön, nach der Hitze. Bei einem Gästehaus danach mein Zelt aufgeschlagen und einen Tag einfach gemütlich rumgehangen und ein Buch verschlungen. Wandern wollte ich eigentlich ebenfalls, aber da war es schon wieder zu heiß. Das versuchte ich dann woanders, auf dem Rückweg zur Stadt noch einmal - aber bei ca. 40 Grad, mit Rucksack, schattenlos, bergauf zu wandern ist einfach nur bescheuert ! Abgebrochen, am Fluss rumgehangen und zum Dorf zurück. Mit Kreislaufproblemen fast aus den Latschen gekipppt.... 



 

Nun wieder in der Stadt und morgen auf zu neuen Ufern ! Falls ich noch mal im Leben nach Dushanbe kommen sollte, dann bitte keinesfalls im Hochsommer !

Dienstag, 1. August 2023

"Wir haben hier ein gutes Leben ! "


 Das erzählte uns dieser alte Herr (oben auf dem Bild zwischen uns), den wir unterwegs mitnahmen. Später sagten das auch andere. Wir schauten öfter sehr entsetzt auf diese karge, bergige Landschaft rundherum und malten uns den Alltag hier als sehr hart, mühselig und anstrengend aus - eigentlich erschien es uns oft, als könnte man hier überhaupt nicht (über-)leben - aber er meinte eben, dass es den Leuten hier doch gut gehe. Der ganze Tag dreht sich um das Wohlergehen der Tiere und des Gartens, weil all diese Erzeugnisse dann lebensnotwendig sind.  Und er erzählte auch darüber, wie früher - als er jung war - das Zusammenleben der Pamiri und der Afghanen war, immer hin und her über den Fluss. Inzwischen gibt es keinerlei Zusammenleben mehr."Gibt es keine Kontakte, gibt es auch keine Probleme..."

Hier gibt es nun einfach noch ein paar Bilder (ich habe natürlich massenhaft Bilder gemacht und da fällt die Auswahl mal wieder sehr schwer):




Picknick mit deutschem Rad-Touristen

an der Grenze


Kuhmist wird allerorten als wertvoller Brennstoff gesammelt




da ging es früher mal lang











unterwegs bei welchen den Reserve-Sprit-Kanister abkaufen



Lenin wird saniert

überall so viel Wasser und so wenig Grün



das erste Auto das den Pamir "bezwang" 1933