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Freitag, 26. Juni 2026

"Heidi-Vibes" & der Geruch von Heu




Eine Heidi im Titel,  dann geht es wohl mal wieder um Ziegen:-), ja, genau. Ein Bergbauernhof in Graubünden,  mit Ziegen - von denen aber ungefähr die Hälfte, nämlich alle, die Milch geben,  ihre Sommerferien auf der Alp verbringen. Die ersten Tage habe ich diese Truppe noch erlebt,  die Tage begannen und endeten mit melken ( von Hand hier). Und dann brachten wir die Mädels nach oben,  fast 2000 m, auf die Alp. Wie es da oben zu geht, das habe ich ja schon mal erlebt.  Und nun erlebe ich,  was derweil am Hof los ist. Es gibt eigentlich nur ein großes Thema - Heu ! In meiner zweiten Woche hier war das Wetter noch zu schlecht, es wurden Ställe ausgemistet ,  gab Putz- und Räumarbeiten, und endlos Weidezäune stellen für die Ziegen,  die noch da sind. Aber dann gings los. Mit der Sonne und dem heuen. Und da hier viel Gelände ziemlich steil ist,  bedeutet das viel Handarbeit,  weil man da gar nicht fahren kann.... uff.... das ist echt harte und schweißtreibende Arbeit,  immer in der prallen Sonne natürlich. Aber lustig haben wir es zwischendurch oder danach auch mal. So vergingen die letzten Tage ziemlich schnell.  Heute hatte ich noch mal frei - und konnte mir den Schweiß vom Wandern sogar mal mit Schnee abwischen, ganz oben liegen noch ein paar Reste, und ansonsten "badete" ich begeistert in Alpenrosen und allerlei anderen Blümchen in einer beeindruckenden Kulisse. Ein herrlicher Tag war es  ! Nun fix schlafen,  damit ich morgen wieder fit bin für's Heu !

Am Montag ist meine Zeit hier schon wieder zu Ende und Umzug zum nächsten Platz.  Das berichte ich demnächst. 
 
Euch allen ein gutes warmes Wochenende erst einmal  !
 
Hier nun noch ein paar Eindrücke der letzten Tage :
 


 
















 
 


Donnerstag, 11. Juni 2026

2089 Meter über dem Meer

 

Ich war vorgewarnt, dass es sehr weit wäre. Ja, war es, reine Gehzeit fast 9 Stunden und über 1000 m aufwärts,  aber es hat sich gelohnt für all diese schönen Anblicke und Aussichten auf dem Weg, bis zu diesem kleinen See und wieder zurück .  Sogar ein paar Schneereste traf ich dort oben noch an. Sonst nix, Stille und Einsamkeit.








 Nun werd ich wohl schlafen wie ein Stein .  Und morgen stehen dann wieder die Bedürfnisse der Ziegen im Vordergrund  :-)

 

 

Freitag, 5. Juni 2026

Alpaufzug


Ich helfe jetzt im Juni auf einem kleinen Ziegenhof mit, in der Schweiz .  Heute brachten wir die Milchziegen   auf die Alp, wo sie nun hoffentlich einen schönen Sommer haben werden. Was für ein Tag ! Der Wecker klingelte bereits um 5. Zuerst alle melken ,  dann auf die kleine Weide bringen ,  von wo aus sie gut in den Viehtransporter verladen werden konnten, 1,5 Stunden Fahrt und dann ein 2,5 stündigestündiger Fußmarsch nach oben mit der ganzen Herde. Ein schönes Spektakel und oben ein großartiger Platz  ! Die gehörnten Mädels waren erst mal aufgeregt ob all dem Neuen ringsherum, aber bald hatten sie uns vergessen und zogen mit den schon anwesenden Geissen über die Hänge . Bis wir dann wieder unten und am Hof waren, war der Tag gelaufen . 



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Sonntag, 6. Februar 2022

Unbehagen oder die "Muffensausen"-Wochen

 Der wichtigste Mensch ist der,
der dir gerade gegenüber steht.

(Leitspruch der Einrichtung hier; Zitat von Meister Eckhart , Mystiker aus Thüringen / Mittelalter )

 




 



Draußen faucht der Wind, die ersten Regentropfen prallen hart gegen die Fensterscheiben und ich hocke hier drin bei ner Tasse heißem Kaffee und lasse die letzten Wochen im Kopf Revue passieren und will versuchen die Eindrücke und Ereignisse in ein paar knappen Sätzen zusammen zu fassen. Es wird ja nun mal Zeit für einen Bericht.

Also ganz kurz und knapp – ich fühle mich überfordert und oft, teils sehr, unbehaglich ! Wie im vergangenen Winter habe ich eine Vertretungsstelle in der Einrichtung für Menschen mit Unterstützungsbedarf. "Meine" Gruppe zu Betreuender und ich versorgen hauptsächlich die Therapie-Tiere – putzen, füttern, Spaziergänge. Im letzten Winter war es corona-bedingt plötzlich eine 1:1 Betreuung; diesmal nicht und die Gruppe ist derweil auch noch größer als sie im vorigen Jahr hätte sein sollen. Und völlig andere Charaktere bzw. ganz andere Einschränkungen/ Behinderungen.

Ich will mich hier nun nicht lang und breit über all das tägliche kleine Chaos auslassen, ich kann vieles inzwischen sehr gelassen hin nehmen – aber von so mancher Situation fühle ich mich halt einfach überfordert; hilflos und nicht wohl in meiner Haut. Durchaus auch verstimmt, dass man mir das so auflädt als Laie (das war ja allen bekannt). Höhepunkt bisher war ein Übergriff auf mich, ein Betreuter rastete aus und wollte letztlich mich verkloppen.... meine Bitte, dass dieser Herr (immerhin gut hundert Kilo geballte Aggression und miese Laune) für die Zeit meiner Vertretung anderweitig versorgt wird, wurde abgelehnt. Mit dem Rest der Truppe komme ich sonst recht gut klar, nur mit diesem Herrn nicht. Das ich morgens nicht unbedingt mit Vorfreude auf Arbeit fahre, kann man sich wohl denken. Dass wir den ganzen Tag bei winterlichen Temperaturen fast ausschliesslich im Freien zubringen ist jetzt auch nicht gerade ein Pluspunkt. 

Aber nun soll keiner glauben, es gibt nur Wirbel und Verwirrung – nein, manche Tage sind auch ruhig und friedlich und es gibt durchaus auch mal richtig nette, lustige und schöne Momente... leider muss man aber stets damit rechnen, dass die Stimmung in Sekunden kippt.

Nun sind es noch immer 3 Wochen, die da gemeinsam vor uns liegen – ich gebe mein Bestes, aber in diesem Fall hat das irgendwie nicht viel zu sagen. Wir kriegen das schon hin ! Hoffe ich !



Die Tiere sind trotz allem noch immer täglich eine Freude und sie ertragen im Gegensatz zu mir all den Trubel und das Durcheinander mit stoischem Gleichmut !

Privat und drumherum passiert fast gar nix, lecker kochen und lesen natürlich, aber sonst bin ich einfach knülle und kaputt am Abend. Mal ein kleiner Ausflug am Wochenende, aber meist lande ich da auch bei den Eseln und mache Spaziergänge mit ihnen. Eine ganz besonders lange , schöne und sonnige Wanderung gab es zum Bergfest . Die haben alle, Zwei - und Vierbeiner , genossen . Danke Heike  ! ! !

 




 Dann bleibt nur noch, Euch allen eine gute Zeit zu wünschen und einen schönen restlichen Winter. Bis demnächst wieder hier - am Ende der drei Wochen oder schon vom nächsten Ort !