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Freitag, 10. Februar 2012

Kamalan kylmä...


das Wohnhaus
meine Gastfamilie
links das ist die Sauna


Briefkasten und Milchhaus
"Gottesdienst am See"
Gemälde von Albert Edelfelt,
der war der bekannteste finnische Maler des 19. Jahrhunderts

heisst "schrecklich kalt" & das war es am allerersten Tag hier, nämlich -29 Grad ! Inzwischen ist es meist 10 bis 15 Grad wärmer, aber ordentlich eingepackt stören die Temperaturen gar nicht beim Schlittenfahren oder meinen Skilanglauf-Versuchen.
Ich bin ja nun schon eine Woche hier im finnischen Wald. Ein kleines altes Holzhaus mit nur 2 Räumen (Kueche + Wohn-/Schlafzimmer), beide Räume werden von je einem grossen Ofen in der Mitte beherrscht. Und alles schön rustikal, viele Felle und Teppiche  - ich fuehle mich ein bischen wie im russischen Märchen. Ein paar Schritte weiter steht die Sauna, die wird 2x wöchentlich angeheizt - und das ist auch die einzige Chance zum duschen (aus der Wasserleitung im Haus kommt nur eiskaltes Wasser direkt aus der Quelle). Noch etwas weiter das Plumpsklo und noch einige diverse verstreute Häuschen, die als Stall, Schuppen, Heu- und Holzlager genutzt werden. Alles eingerahmt von dick verschneiten Bäumen und einigen Schneefeldern. Und .... völlige Stille !
Hier wohnen die Juliane (50% deutsch, 50% finnisch), ihre Kinder Ragna, Ulay und Sigune (8,4,2 J.) und ihr finnischer Mann Harry.  Die Tage vergehen ziemlich turbulent - so richtig "arbeiten" muss ich kaum - eher die Kinder bespielen, draussen rumtoben, Bilder malen, Geschichten vorlesen und Essen kochen. Es bleibt genug Zeit fuer andere Sachen - wir waren beim Elch-Fest (und da gab es natuerlich Elch zu essen), auf´m Trödelmarkt, zu einem Benefiz-Konzert mit tollen finnischen Frauengesängen und beim Webkurs auch.
Alleine komme ich vom Hof gar nicht weg - nur mit Juliane mit dem Auto (ich duerfte auch selber fahren - aber das habe ich gleich dankend abgelehnt, muss ja nicht nach 10 Jahren Nicht-fahren ausgerechnet mit Eis und Schnee ueben) bzw. zu Fuss , Busanbindung = null. Aber da ich ja nicht so lange da bin, ist das sicher nicht so schlimm und 1-2 Ausfluege wollen wir mal zusammen machen. Inzwischen finde ich dieses museumsreife Leben Erlebnis genug.
Mit dem Auto unterwegs hat man den Eindruck, das Land besteht nur aus Wald, die 1000 Seen sind ja gerade nicht zu sehen - und tatsächlich besteht das Land zu 70% aus Wald und 10% Wasser.... Und dazwischen immer diese tollen kleinen Holzhäuser !
Also mir gefällt es & die ersten finnischen Worte kann ich auch schon - die Sprache klingt ganz schön lustig.
Bis demnächst wieder - Heipä hei !!! (Tschuess)


Reisenotizen - die zweite



die Fährueberfahrt (Stockholm - Turku) war irre, durch Eisschollen gewälzt und an vielen kleinen Inselchen vorbei ....

Mittwoch, 1. Februar 2012

Reisenotizen


Stockholm


Die. 9:15 Uhr ... es geht los ! Erste Ueberraschung ist der Zug, ein nagelneuer ICE mit schwarzen Ledersitzen und viel hellem Holz - ich schaue dreimal nach, ob das wirklich die 2. Klaasse ist. Geraeumig, gemuetlich und warm (das war vorher meine Sorge nach der eiskalten Heimfahrt aus der Schweiz). Puenktlich in Hamburg, umsteigen (nun nicht mehr so schick) und 13:28 Uhr startet der naechste ICE nach Kopenhagen. Damit ich die lange Fahrt so richtig geniessen kann, habe ich einen ca. 5 kg schweren Proviantsack dabei :-) und natuerlich ein gutes Buch, von Leena Lander, angeblich eine erfolgreiche finnische Gegenwartsautorin. Und so zuckele ich vergnuegt stundenlang durch halb Europa und vor dem Fenster lacht die Sonne. Kurz nach Luebeck stuermt der Zoll mit Hunden den Zug, und nach Puttgarden faehrt er in den Bauch einer riessigen Faehre, Ueberfahrt ca. 45 min und an Deck ist es stuermig und eiskalt. Kurz nach 18 Uhr Ankunft Kopenhagen und auch gleich wieder weiter, der letzte Zug nach Stockholm. Zu sehen ist eigentlich kaum noch etwas auch die Oresundbruecke nicht, aber drueber gefahren sind wir !
Kurz nach Mitternacht habe ich das Backpacker-Hostel gefunden und kann ins Bett.
Und heute ist natuerlich grosse Sightseeing-Tour durch die Stadt - gefaellt mir sehr gut bis jetzt und sonderlich kalt ist es auch nicht.
Morgen frueh um 7 startet die Faehre nach Turku/Finnland.
Bis bald wieder....

Samstag, 28. Januar 2012

Suomi - Land der 1000 Seen

Das stand unlängst in der Sueddeutschen Zeitung:
"Finnland? Das fällt einem, zugegeben, auf Anhieb nicht ein. Finnland, das ist doch dieser nordische Exot mit der komplizierten Sprache, den endlosen Wäldern und Mooren, wo die wenigen Bewohner Pilze und Beeren sammeln, unaussprechliche Namen haben, freundlich sind, aber auch schwermütig, wo sie vor langen, dunklen Wintern und mückenreichen, kurzen Sommern in Saunen fliehen und schräge Filme, Bücher und Kompositionen ersinnen. "Niemand ist so verzweifelt, dass er nach Finnland kommen will", meinte der finnische Regisseur Aki Kaurismäki kürzlich bei der Premiere seines jüngsten Films "Le Havre" auf die Frage, warum der Film nicht in seiner Heimat spiele. Stimmt alles, und auch wieder nicht. Ja, die Winter sind lang, dunkel und kalt und ja, Finnisch mit seinen 15 Fällen und seiner undurchschaubaren Grammatik ist schwierig. Und doch ....."

"Le Havre" habe ich gestern nun auch endlich mal gesehen. Der Kino-Besuch lohnt sich ! Und nach Finnland geht es in genau zwei Tagen los - am Dienstag morgen. Auf einen Hof bei Tampere/ Vammala mitten im Wald und sehr urtümlich angeblich (dh. zB. Plumpsklo, keinen Computer - aber Strom :-) -  und natürlich auch eine Sauna) - und ich bin schon wieder sehr neugierig, was mich dort erwartet. Und damit die Spannung noch etwas steigt, habe ich mich für eine umständliche Anreise entschieden - mit dem Zug nach Stockholm, weiter mit der Fähre nach Turku und von dort mit dem Bus nach Vammala, wor mich meine neue Gastfamilie abholt - da ist dann schon Freitag nachmittag. Ich bin vorfreudig....


Und in Bälde steht hier sicher auch wie es dort ist :-)

Samstag, 17. Dezember 2011

Abschied

So, meine Zeit hier ist vorbei und übermorgen geht es zurück nach Hause, 10 Stunden mit dem Zug... mit einem guten Buch (Alex Haley "Roots" - mal wieder) und einem grossen Proviant-Beutel ist das sicher vergnüglich. Der Abschied fällt mir sehr schwer, aber das ist ja nicht das erste Mal & die Zeit hier wird mir immer eine schöne Erinnerung sein ! Neue Abenteuer warten; die grosse, weite Welt ruft ... Ende Januar geht es hier im Blog dann weiter - und es geht nicht wieder in die Schweiz :-) !

Euch allen wünsche ich schöne Weihnachtstage und schon mal ein ereignisreiches, gesundes, zufriedenes & fröhliches Neues Jahr !
Heute morgen fiel hier der erste Schnee !!!
Das war's für dieses Jahr, bis bald wieder !

Donnerstag, 8. Dezember 2011

Ich war fleissig !

... wie man rechter Hand sehen kann. Da ja immer wieder Fragen zum Pilgern und allgemein zu den ersten beiden Jahren aufkommen, habe ich nun mal angefangen mit einer kleinen Aufarbeitung - das heisst, viele Bilder und viel zu lesen (naja, zu lesen noch nicht so viel, aber ich arbeite dran). Da haben nun alle genug zu tun, die immer mal nach einem Buch fragen :-) (ein Buch gibt es nicht !)

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Von Horizonten


... ist der Titel einer aktuellen Ausstellung im Fotomuseum Winterthur. Dort war ich gestern mit Selina. Es war - leider - nicht so aufregend wie erhofft, anregend aber schon und machte Lust auf Fotoexperimente und auch auf neue Länder, Landschaften, Eindrücke. Der Weihnachtsmarkt, wo wir danach waren, war fast interessanter - auf alle Fälle leckerer ! Am Montag gab es, trotz trübem, regnerischem Wetter, mal wieder eine stundenlange Wanderung entlang der Thur (nach diesem Fluss ist der Kanton Thurgau benannt) mit kurzem Besuch in der "Rosenstadt" Bischoffszell (im Dezember natürlich ohne Rosen). Und am Sonntag war Pferde-Wellness-Tag ! Da haben sich "meine" Jungs sehr gefreut. Jeder wurde lange mit Hingabe geputzt und gestriegelt. Meine frühere Angst vor Pferden ist wohl inzwischen völlig kuriert :-)
Mir stehen nun hier in der alten Mühle leider nur noch 1,5 Wochen zur Verfügung - dann ruft die Familienweihnachtsfeier nach Hause, diverse Parties und Konzerte locken auch (darauf freue ich mich sehr nach all der Ruhe hier) Und danach warten natürlich neue grosse Abenteuer !!!
Ein Jahr lang in der Schweiz ist ja dann auch mal genug - es ist ja auch woanders schön.
Nach der Schweizer Küche wurde noch gefragt (weil ich im vergangenen Jahr soviel vom lateinamerikanischen Essen berichtet hatte): natürlich Berge von leckerstem Käse, nun ist auch die Zeit für Käse-Fondue-Abende und Raclette; Rösti, oft Risotto, erstaunlich viel Rote Beete (Randen sagt man hier) - die habe ich früher selten mal gegessen, inzwischen sehr viel und sehr gern, ist erstaunlich vielfältig !; Bündner Gerstensuppe hin und wieder (naja...), letztens einmal Haferflockensuppe - im Restaurant !, und sonst ist es auch nicht gross anders als zu Hause. Hier, weil vegetarisch, auch viele leckere grosse Salate. Ein Highlight gab es noch bei meiner Brieffreundin Sophie - Papet Vaudois mit Saucisse aux choux - das lohnt sich mal nachzukochen, eine waadtländische Spezialität ! (http://www.saison.ch/de/rezepte/waadtlander-lauch-kartoffel-gemuse-mit-saucisson/detail/ )
Und im Moment üben wir uns an kreativer Walnussküche...

So, nun aber genug für heute, ich muss mal zu den Jungs - das Abendessen servieren :-) Adê !